Straßen im Afrikanischen Viertel sollen in Zukunft nach Frauen benannt werden

Veröffentlicht am 19.02.2017 in Berlin

Funmilayo Ransome-Kuti an ihrem 70. Geburtstag und als Absolventin (Bild: UNESCO / CCBYSA)

Die SPD kämpft seit langem für die Umbenennung der Petersallee, der Lüderitzstraße und des Nachtigalplatzes. Jetzt kommt Bewegung in die Sache: nach einem Beschluss der BVV sollen die Straßen umbenannt werden. Die Bürgerinnen und Bürger sind nun aufgerufen, Namensvorschläge zu machen.

Nach dem Berliner Straßengesetz sollen Straßen nach Frauen benannt werden, um die Unterrepräsentation von Frauen im Straßenbild aufzuheben. Konkret sollen die drei Straßen und Plätze nach „Persönlichkeiten – insbesondere Frauen – der (post-) kolonialen Befreiungs- und Emanzipationsbewegung aus den Ländern Afrikas” benannt werden.

Wir stellen Ihnen hier drei Vorschläge vor. Sie haben gemeinsam, dass der Kolonialbezug des Viertels nicht verschleiert wird: durch den „Perspektivwechsel“ von den Kolonialisten auf die Widerstandskämpferinnen bleibt der historische Bezug erhalten.

Funmilayo Ransome-Kuti (1900-1978)

Sie war eine nigerianische Lehrerin, Politikerin und Feministin. Nach einer „westlichen“ Ausbildung gründete sie eine Organisation, die sich für die Bildung von Frauen in Nigeria einsetzte. So führte sie erfolgreich Kampagnen zur Alphabetisierung der weiblichen Bevölkerung durch. Als die Kolonialherren vor allem zu Lasten der Frauen immer mehr Geld aus ihrer Kolonie pressten, organisierte sie Massenproteste und gründete die Nigerian Women’s Union, eine Organisation, die sich für die politische Emanzipation der Frauen einsetzte. Sie kämpfte für das Frauenwahlrecht und die politische Gleichberechtigung.

Maria Mandessi Bell (1895-1990)

Sie wurde in Douala (Deutsche Kolonie Kamerun) geboren und lebte 1914 in Berlin, wo sie kurz vor ihrer Rückreise nach Douala Informationen sammelte, da ihr Verlobter Ngoso Din zusammen mit ihrem Onkel Rudolf Dual Manga Bell wegen Hochverrats angeklagt wurde. Beide wurden am 8. August 1914 von den Deutschen in Douala hingerichtet. Maria Mandessi Bell zog 1938 mit ihren fünf Kindern nach Frankreich und nahm eine wichtige Rolle in der Vernetzung westafrikanischer Politiker*innen ein.

Nehanda Charwe Nyakasikana (1862-1898)

Sie war eine Führungsfigur in der afrikanischen Widerstandsbewegung gegen die Kolonialmacht. Als spirituelle Führerin des Volkes der „Shona“, die im heutigen Simbabwe lebten, kämpfte sie gegen die Britisch South Africa Company.  Diese nahm ab 1980 das Land in Besitz, führte hohe Steuern sowie Zwangsarbeit ein und unterdrückte die Bevölkerung. Nehanda Charwe wurde Vorkämpferin der Widerstandsbewegung. Nach einer Niederlage im Kampf wurde sie schließlich von ihren Feinden gehängt.

Julia Plehnert, Vorsitzende der SPD Rehberge

 

Verleihung des Erika-Heß-Preises

In diesem Jahr vergibt die SPD Mitte zum zweiten Mal den Erika-Heß-Preis. Mit dem Erika-Heß-Preis werden Beteiligungsprojekte von Kindern und Jugendlichen in Mitte ausgezeichnet, die sich beispielhaft für gelebte Geschlechterdemokratie von Mädchen* und Jungen* einsetzen.

Wir laden Dich und Sie herzlich ein, an der Preisverleihung am 12. Oktober ab 17:30 Uhr teilzunehmen. Die Verleihung findet in der Alten Kantine Wedding, Uferhallen Kulturwerkstatt, Uferstraße 8-11, 13357 Berlin statt.

Wir freuen uns, Caren Marks, MdB und Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, bei der Verleihung begrüßen zu dürfen. Schirmfrau ist in diesem Jahr Dr. Maja Lasić.

Weiter Informationen zum Ablauf gibt es hier.

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