Essay: Alte Liebe rostet nicht. - Flughafenromantik ist nicht 70er, aber eine Illusion. Schließt Tegel!

Veröffentlicht am 15.09.2017 in Meinung

Tegel. Ein Flughafen, der seinen Zenit überschritten hat. Seine Lage ist ein Problem.

Warum der Flughafen geschlossen werden muss; und ein neues Design keine neue Politik ist - Teil 2

von Mathias Schulz

Berlin. Anfang August. Der Sommer zeigt sich von seiner typischen Seite: 28 Grad, die Sonne scheint, es ist Mittwoch. Ich entscheide mich für einen frühen Feierabend. Zuhause schnappe ich mein Rad und fahre entlang des Schifffahrtskanals zum Strand am Tegeler See. Auf dem Rückweg mache ich - wie üblich - einen Abstecher an den Rand des Flughafengeländes. Hier, unter dem Eindruck der in der Abendsonne über mir startenden und landenden Flugzeuge, fühlt sich die Zeit manchmal ein wenig nach Kurzurlaub an.

Jedes Flugzeug ein kleines Stück meiner Freiheit

Am nächsten Tag klicke ich durch die Seiten einer Zeitung. Überschrift: “Hunderttausende von Tegel-Lärm betroffen.” Nach Angaben der zuständigen Behörden leiden knapp 300.000 Berlinerinnen und Berliner unter dem Krach des Flughafens. Der „Lärmteppich“ erstreckt sich aufgrund der innerstädtischen Lage über weite Teile des Stadtgebietes – von Spandau über Wedding, Reinickendorf, Pankow bis nach Lichtenberg und Hohenschönhausen.

Mit der Schließung des Flughafens könnte also auf einen Schlag die Lebensqualität von 300.000 Menschen unmittelbar verbessert werden, denke ich. Zugleich denke ich: Gesundbrunnen liegt zwar nahe zum Flughafen, aber zum Glück weit genug weg. Vom Flugbetrieb ist in meinem Alltag wenig zu hören. Doch ist es nicht genau diese eingeschränkte Perspektive unter der andere Menschen in der Regel zu leiden haben?!

Die l(i)ebenswerte Stadt der Zukunft

Auf der Schiene, der Straße oder in der Luft: wir alle wollen mobil sein. Unserer gesellschaftliches Mobilitätsbedürfnis muss aber in Einklang gebracht werden mit dem berechtigten Schutzbedürfnis anderer Menschen. Wie oft nutzen wir die Bahn? Wie oft das Fahrrad? Und: wie oft das Flugzeug? Ich meine, ich fliege oft, meist fünf bis sechs Mal im Jahr. Der Schnitt liegt bei ein bis zwei. Wir leben aber gemeinsam an 365 Tagen in unserer Stadt. Jetzt brauche ich 30 Minuten bis zum Gate in Tegel, später 43 zum BER. Ja und?!

Unsere Stadt bekäme nach der Schließung eine riesige Fläche “geschenkt”. Platz für 9.000 Wohnungen, 20.000 Arbeitsplätze, einen Campus für mehr 5.000 Studierende, 250 Hektar Stadtpark. All das ist in die Zukunft gerichtet. Stadtentwicklung für alle Berlinerinnen und Berliner. Eine, die den Namen wahrlich verdient.

Eine Erkenntnis gräbt sich mir ins Gedächtnis: Auf den vielen Wahlplakaten, die uns derzeit auf dem Weg durch die Stadt begleiten, liest man im Vorübergehen oft “Tegelretter”. Dabei müsste es doch eigentlich #Zukunftsverweigerer heißen.

 

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